Bausparen und Basel II
Basel II und die Folgen - Ein Grund mehr für das Bausparen

Bisher waren Kredite von Banken insofern abgesichert, als für Kredite eine Eigenkapitalrückstellung in Höhe eines gewissen Prozentsatzes der Kreditsumme (in der Regel 8%) gebildet werden musste. In Zukunft wird diese Rückstellung nicht mehr fest sein, sondern sich nach der Bonität des Kunden richten. Mit Hilfe eines Ratings stufen die Kreditinstitute ihre Kunden in Bonitätsklassen ein, was vereinfacht zur Folge hat, dass ein Kredit bei guter Bonität billiger und bei schlechter Bonität teurer ist. Damit fließt das Ausfallrisiko von Krediten in die Kreditentscheidung mit ein – und Bankenrisiken werden minimiert. Privatkunden und Hausbauer profitieren von Basel II, weil mit den Richtlinien Risiken gerechter verteilt werden: Wer sorgfältig plant und wirtschaftet, wird durch geringere Zinssätze belohnt. Wer ein Darlehen zur Finanzierung seiner Immobilie aufnehmen möchte, sollte folgende Punkte beachten:
– Je höher das Eigenkapital, desto geringer der Kreditbedarf. Eine Tatsache, die nach Basel II noch wichtiger ist als bisher ohnehin schon. – Auch Baufinanzierungen werden teurer – Anschlussfinanzierungen sollten deshalb möglichst niedrig gehalten sein.

Bausparer sind auf alle Fälle im Vorteil, denn: – sie haben durch das regelmäßige Sparen Vorteile beim Scoring und erhalten bessere Risikoeinstufungen – sie haben in der Sparphase bereits Vermögen aufgebaut, das den Kreditbedarf verringert – sie haben Anspruch auf den bei Abschluss des Vertrags bereits fest stehenden Zinssatz.

Basel II tritt voraussichtlich Ende 2006 in Kraft. Je früher Sie mit dem Bausparen beginnen, desto besser sind Ihre Chancen bei einer späteren Kreditvergabe.

Die Fakten zu Basel II

Die "Eigenkapitalvorschriften für Banken" sind unter dem Namen "Basel II" geläufig und bauen auf der ersten Eigenkapitalvereinbarung von 1988 ("Basel I") auf. Der Baseler Ausschuss für Bankaufsicht wurde von den Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden wichtiger Industrienationen gegründet; es gibt ihn seit Mitte der 1970er Jahre. Der Ausschuss gibt Richtlinien vor, die von den einzelnen Staaten bzw. von der Europäischen Union rechtsverbindlich gemacht werden. Die Regeln sollen die Stabilität der Finanzmärkte sichern und das Risiko von Bankenpleiten reduzieren. Basel II tritt voraussichtlich Ende 2006 in Kraft. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.bundesbank.de.